Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A20

Presseinformation 29. Mai 2026

Die A 20 – das Stuttgart 21 des Nordens


Demo am 1. Juni anlässlich des 1. Spatenstichs

Aus Sicht der A 20-Kritiker gibt es anlässlich des Spatenstichs keinen Grund zum Jubeln. Eigentlich handelt es sich bei diesem Spatenstich um ein Begräbnis. Zu Grabe getragen werden Klima- und Umweltschutz sowie die finanziellen Spielräume zukünftiger Generationen. Deshalb soll unter dem Motto Zukunft geht nur ohne! Alternativen.Sind.Machbar. den geladenen Gästen mit einem Spalier aus Plakaten und Bannern gezeigt werden, dass es bessere Ideen gibt, als heutzutage eine neue Autobahn durchs Moor zu bauen. Am 1. Juni ab 12 Uhr werden daher Menschen mit ihrer berechtigten Kritik entlang der Bekhauser Straße nördlich vom Seepark Lehe entlang der Zufahrt zum Spatenstichgelände demonstrieren. Die Veranstalter heißen weitere Unterstützer willkommen.

Vermutlich wie zu Beginn das ökonomische Desasterprojekt Stuttgart 21 soll am 1. Juni der Spaten- stich für Abschnitt 1 der A 20 gefeiert werden mit Bundesverkehrsminister, Ministerpräsident und vie- len geladenen Gästen. Für die großen Zelte zum Feiern wurde eigens eine Ackerfläche einplaniert – zu Lasten der Landwirtschaft und auf Kosten der Steuerzahler.

Wie bei Stuttgart 21 sind die ursprünglich kalkulierten Kosten stark gestiegen von anfangs rund 880 Millionen Euro auf das Zehnfache, Stand 2025. Der Untergrund muss im weiteren Verlauf aufwendig stabilisiert werden, teilweise mit riesigen Mengen Sand oder Spezialgründungen. Die realen Baukos- ten wurden lange systematisch unterschätzt, um den Nutzen künstlich hochzuhalten.

Wie bei Stuttgart 21 handelt es sich um ein überholtes Prestigeprojekt aus dem letzten Jahrtausend mit langen Planungszeiten aufgrund der schwierigen Untergrundverhältnisse, massiven Kostensteige- rungen und schwerwiegenden Umweltkonflikten. Allein die A20-Elbquerung würde wohl zu den teu- ersten einzelnen Tunnelprojekten der deutschen Straßengeschichte gehören. Insbesondere wegen des zweiröhrigen Bohrtunnels, der schwierigen Geologie unter der Elbe und der notwendigen Sicher- heitsanforderungen. Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 20, kritisiert: „Während hier ein überflüssiges und höchst klimaschädliches Metusalem-Projekt mit gigantisch hohen Kosten reali- siert werden soll, verkommt die bestehende Infrastruktur und wird im Falle maroder Brücken zur Ge- fahr für Leib und Leben!

Die Aktion wird unterstützt von:
Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A 20, BUND Niedersachsen und Ammerland, Bündnis Verkehrsinitiativen, AbL Niedersachsen, Robin Wood, BUNDjugend Nieder- sachsen und Oldenburg, JANUN Niedersachsen und Oldenburg, Fridays For Future Rastede und Oldenburg, Weniger.Ist.Machbar., Klimamarkt Ammerland, NABU Rastede, Naturschutzgemeinschaft Ammerland, Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V.

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